FDP will Gesamtschule kritisch-konstruktiv unterstützen
Aktualisiert (Samstag, 22. November 2008 um 19:12) Geschrieben von: Administrator Freitag, 21. November 2008 um 19:18
Der FDP Ortsverband Gifhorner Land informierte sich und diskutierte kürzlich über die Schulentwicklung in Gifhorn, die durch eine geplante Gesamtschule stark beeinflusst werden wird. Die FDP findet es pädagogisch sinnvoll, in Gifhorn eine Integrierte Gesamtschule (IGS) einzurichten, wenn sie die Bedingungen für eine leistungsfähige Schule erfüllt. Dazu gehören neben einer ausreichenden Größe der Schule auch eine gute technische und personelle Ausstattung. „Unsere gut ausgebildeten Lehrer gehen nach NRW, weil sie dort besser bezahlt werden, und das darf nicht sein“, äußerte der Referent Hans Falk (FDP) in Richtung FDP-Mandatsträger. Ebenso dürfen die Klassen nicht zu groß sein. Bei 27 Schülern ist ein Lehrer nicht in der Lage, auf die Entwicklungsfähigkeiten jedes einzelnen Lernenden einzugehen.Â
Im Landkreis Gifhorn gehen gegenwärtig rd. 13 % der Schülerinnen und Schüler eines Jahrganges auf die Hauptschule, 47 % auf die Realschule und 38 % aufs Gymnasium. Es ist erstrebenswert, dass mehr Schüler Abitur machen und dies kann durch eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe erreicht werden. „Zudem werden dann die beiden Gifhorner Gymnasien entlastet, die mit jeweils 1500 Schülern aus allen Nähten platzen“, so Hans Falk, der Gymnasiallehrer und Schulbezirkspersonalrat bei der Landesschulbehörde BS ist.
Der Landkreis Gifhorn - als Träger der IGS - wird mit großer Sorgfalt einen guten Standort auswählen und nichts übers Knie brechen, erklärte Jürgen Völke (ULG), der der so genannten Lenkungsgruppe angehört.
Die FDP, die traditionell das dreigliedrige Schulsystem favorisiert, sieht inzwischen die Notwendigkeit, durch Ganztagsschulen und mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulformen die Schüler unabhängiger von ihrem sozialen Status fördern zu müssen. Dies kann durch gute Gesamtschulen vielleicht erreicht werden. Zudem könnte das „Aussterben“ der Hauptschulen aufgefangen werden. „Konsequent wäre es, die Hauptschulen aufzulösen und als Mittelschulen, Regionalschulen oder als Sekundarschulen mit den Realschulen zu integrieren, wie es andere Bundesländer bereits erfolgreich praktizieren“, schlägt Dr. Erika Bader-Krebsbach (FDP) vor, die diese Veranstaltung organisierte. Um einen Einblick in die Praxis einer guten IGS zu gewinnen, will sie eine weitere Schulveranstaltung mit einer Schulleiterin einer IGS im Januar durchführen.
Der Vorsitzende des Ortsverbandes Steffen Schmidt führte zur Standortfrage aus, dass neben der Stadt Gifhorn auch die Gemeinde Sassenburg im Herzen des Landkreises hervorragend geeignet wäre.
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